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Baustellen-Gottesdienst an der Wendelinuskapelle.

Hand aufs Herz, wer hat geglaubt, dass am Wendelinustag ein Gottesdienst im Freien möglich ist? Immerhin hat es noch morgens geregnet, doch um 9 Uhr zeigte sich das erste Stückchen blauer Himmel. So konnte der Wunsch von Pfarrer Franz Leipold in Erfüllung gehen. Der Baustellengottesdienst war möglich. Bänke wurden vor dem Bauzaun aufgestellt, ein Biertisch unter das Vordach der Kapelle gestellt und als Altar festlich geschmückt. Traditionsgemäß war auch die große holzgeschnitzte Wendelinusfigur (Leihgabe von U. und M. Goihl) dabei. Die Musiker des Musikvereins Harmonie arrangierten sich mit dem Baugerüst und fanden wie die Messdiener unter dem Vordach noch Platz. Durch die weit geöffneten Türen des Haupteingangs der Kapelle konnten die Gottesdienstbesucher wenigstens den Altar im Innenraum sehen. Immerhin ist der Kirchenraum seit 3 Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt, damit niemandem das Deckengemälde auf den Kopf fällt. Dabei ist den Mönchbergern mit ihren Feldern und Tieren die Fürsprache des Heiligen Wendelinus wichtig. Einige können sich noch an die Dankesgaben erinnern: Wenn es nach der Ernte heimwärts ging warf man etwas Getreide, Kartoffeln oder Rüben durch eine Öffnung im linken Fenster direkt in einen Holzkasten im Kircheninneren. Für Münzen war das rechte Fenster mit dem steinernen Opferstock und dem großen schmiedeeiseren Schloss vorgesehen. Mit Unbehagen erinnern sich die Mönchberger allerdings an die Wetterverhältnisse zum Wendelinustag und die Kälte in der unbeheizten Kapelle. Der Begriff Mantelsonntag hatte da seine Berechtigung, der Wintermantel wurde spätestens zu diesem Zeitpunkt ausgepackt, oftmals lag sogar Schnee. In diesem Jahr hoffte Pfarrer Franz Leipold auf besonders großzügige Spenden am Wendelinustag. Denn die Verfugung der ausgewaschenen Sandsteine, die Restaurierung des vergoldeten Wendelinus auf der Spitze des Turmkreuzes, der Ersatz der maroden Schallläden, das neue Dachgebälk auf der Sakristei, die Erneuerung des Dachfirstes und – und - und - sorgen für manche sorgenvolle Diskussion. Alle Arbeiten müssen vorfinanziert werden bis 2021 die zugesicherte Unterstützung aus Würzburg eintreffen wird. Zwischenzeitlich ist Kreativität zur Geldbeschaffung gefragt: die bunten Nudeln in Kirchenform finden jedenfalls reißenden Absatz.

Pünktlich zum Ende des Gottesdienstes trafen die Reiter und Fahrer bei strahlendem Sonnenschein mit ihren Pferden zur Segnung ein. Auf dass sie alle gesund bleiben mögen und im nächsten Jahr wieder zur, bis dahin hoffentlich fertig renovierten, Kapelle zur Pferdesegnung kommen können.

Astrid Lurz

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